Stadt hinter dem Horizont

Literatur und Chemnitz

Stadt hinter dem Horizont: Text der Woche

Peter

Die Karriereleiter führt ihn nach oben. Bis 2007 war sein Name nur in einer örtlichen Schule bekannt, bis Februar 2008 auch in einem leicht entfernten Städtchen im Krankenhaus, wo er unter der Bezeichnung "Zivildienstleistender" verdeckt arbeitete. Seit Sommer 2008 versucht er die TU Chemnitz zu infiltrieren, vorerst als Pädagogikstudent, mittlerweile aber offener als Germanist. Seine Tarnung: Dunklere Töne, manchmal laute Musik und manchmal auch hinter dem Qualm einer Zigarette verborgen. Seine Texte: Von depressionslos über freudlos und kompromisslos bis nicht zuletzt sinnlos. Mag: Pfefferminzkram, leckeres Essen und Katzen. Mag nicht: Den alltäglichen Fahrweg zur Uni, die anschließende Parkplatzsuche und Milch.

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Beiträge von 'Peter'

Metrik

von Peter · 21. Februar 2010 · Experimente, Text der Woche

Metrik
ist in der heutigen Zeit -
und die große
Urmacht,
egal, welche es
sei,
möge alle
nach diesem Prinzip schreibenden
Poeten
erschlagen -
kaum noch
Bestandteil eines
Gedichts.

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Sicht eines Studenten

von Peter · 12. Dezember 2009 · Chemnitz, Text der Woche

Aus fahlen Fenstern, grauen Häusern schauten

nur tote Blüten, die nie wieder blühen.

Die Sonne brachte Straßen zum Erglühen;

der Wind, er flüsterte nur leise Flauten.

Die Menschen strömten eifrig aus den Bauten,

um sich in Dunkelheit um frühen

doch toten Wachzustand nun zu bemühen,

wie Bäume, die in Herbstgestalt ergrauten.

Warum sie sich noch aus dem Hause schleifen?

Warum sie ihren Geist dann doch abwenden?

Warum ihre Gedanken nicht weit schweifen?

Am Ende haben sie nichts in den Händen

und sehen, dass sie wirklich nichts begreifen.

Ich frage mich: Wo soll das alles enden?

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Inspiration

von Peter · 7. November 2009 · Entstanden im poeten|pub, Text der Woche

In meiner Maske trag’ ich das,
von dem nur ich alleine weiß;
dort brennt ein Feuer, innig, heiß,
hinter Falten leichenblass.

Ich forme einen Stift aus dem,
was einst mein zweites Antlitz war;
was ich zwischen die Finger nehm’:
es glüht tiefrot und sonderbar.

Und wenn ich meine Maske nehme,
alle Zweifler schreibend lähme,
springt der Funken in mir über,
schwebt zu deinem Ohr herüber.

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