Stadt hinter dem Horizont

Literatur und Chemnitz

Stadt hinter dem Horizont: Text der Woche

Artikel der Kategorie 'Abend'

Eine Weihnachtsgeschichte

von Die Dame mit Hut · 23. Dezember 2009 · 3 Kommentare · Text der Woche

Die Autoren von der Stadt hinter dem Horizont wünschen Euch ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr. Im Januar geht es weiter mit neuen Texten!

 

Eine Weihnachtsgeschichte

Es ist Heilig Abend und du kotzt vor meine Haustür.
„Idiot“, sage ich. „Meine Eltern kommen gleich von der Christmesse zurück. Die dürfen dich nicht so sehen.“
Ich hole einen Eimer Wasser. „Ich bin selber betrunken und es ist Weihnachten und ich muss deine Kotze wegwischen.“
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Maskerade

von TomS · 28. November 2009 · 1 Kommentar · Experimente, Stadt hinter dem Horizont, Text der Woche

Auf dem Dach eines Fabrikgebäudes

Schauspieler

des städtischen Theaters,

eine Sponsorenparty ausrichtend.

Es stehen, in kleineren Grüppchen, die etwa 30 geladenen Gäste

trinken, lauwarmen Wein aus Plastikbechern

Einer spricht einen Toast aus, sagt:

Ja,

wir brauchen das Theater.

Beifall.


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Chemnitz ist eine stille Stadt …

von Anne B. · 5. September 2009 · Kein Kommentar · Stadt hinter dem Horizont, Text der Woche

… besonders an den Wochenenden, denn dann hört man die Stille nicht mehr nur in den entlegensten Ecken und an den Abenden, sondern immer und überall: auf den leeren Parkplätzen der Studentenwohnheime, wo nur vereinzelte Autos weiden wie verirrte Kühe auf einer wilden Wiese; in den schon ab Mitternacht geschlossenen Cafes und Kneipen außerhalb der Innenstadt; auf den stummen Straßen zwischen schweigenden Häusern.

Wer am Abend eines Wochenendes auf den Straßen der Stadt unterwegs ist, glaubt sich verirrt, gar verloren. Aber er ist nicht allein. Am anderen Ende der Stadt, die zu oft schläft, laufe ich. Es dämmert schon. Das graue Abendlicht beginnt, dunkler zu werden, schmutziger. Die Straßenlampen entzünden sich langsam, angekommen am Wendepunkt des Tages zur Nacht. In dem gleichen Maße, wie das Licht des Tages schwächer wird, gewinnt das der Straßenlampen an Stärke. Mir ist, als könne ich die Lampen leise knistern hören wie Kerzenflammen. In keiner anderen Stadt ist es möglich, den Lampen beim Brennen zuzuhören – wenn auch nur eingebildet.
Plötzlich wird die Stille gestört. Aber es ist nicht Straßenlärm, der sie entzwei reißt, sind nicht die Bässe eines Konzerts in der Nähe, auch nicht das Lachen unzähliger Menschen, nein. Es sind unzählige Elstern, die im kahlen Geäst eines naheliegenden Baums hocken und wie wild durcheinander zwitschern. Es sind Vögel, die die Chemnitzer Stille stören.

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